Fern-Schreiber

In einer Zeit, als das Internet gerade begann, in Deutschland Fuß zu fassen …

… als Boris Becker sich noch darüber wunderte, wie schnell er „drin“ sein konnte …

… als Menschen gerade lernten, dass AOL eben nicht „das Internet“ war, sondern nur ein Zugangsanbieter …

… als man das WWW noch spöttisch „World Wide Wait“ nannte …

… als Microsoft Access 1.0 auf den Markt kam …

Damals trafen sich drei Leute persönlich, die bis dahin nur in einem „Chatroom“ kommuniziert hatten.

Damals

Es war die Zeit, als sich elektronische Brieffreundschaften entwickelten, und damit leider auch alles ein wenig hektischer wurde. Denn die elektronischen Briefe, „E-Mails“ genannt, ließen sich im wahrsten Sinne des Wortes blitzschnell über riesige Entfernungen transportieren.

Man konnte mit einem Amerikaner oder Australier diskutieren, und via IRC oder später ICQ so schnell Ideen austauschen, als würde man nebeneinander in einem Cafe sitzen. Nur eben über die Tastatur, (noch) nicht mündlich, und (noch lange) nicht von Angesicht zu Angesicht.

Heute

Seit dieser Zeit sind etwa 25 Jahre vergangen. Das Internet ist allgegenwärtig, und dank mobiler Geräte tragen wir den Zugang sogar stets mit uns herum. Die Geräte halten ständig Kontakt zu einem Netz, das uns umgibt und ständig weiß, wo wir uns aufhalten und wer in der Nähe ist. Ob das gut oder schlecht ist, mag jeder für sich selbst entscheiden, aber es ist sicher eines der Themen, das wir in diesen Zeiten diskutieren sollten.

Und genau dafür soll dieser Blog da sein: Themen aufzugreifen, die uns in der Hektik des Tagesgeschäfts sprichwörtlich durch die Lappen gehen. Fragen aufzuwerfen, die uns auf den Nägeln brennen, die wir uns laufend stellen, aber selten laut zu stellen wagen. Vielleicht weil wir sonst von unseren Mitmenschen für paranoid gehalten werden. Vielleicht weil man uns eingeredet hat, sowas sagt man doch nicht, vielleicht sogar sowas denkt man doch nicht!

Doch wir sind der Ansicht, dass man sowas selbstverständlich denken soll, und unbedingt auch sagen (oder hier: schreiben) soll. Dafür gibt es diese Website.

Wir

Wir sind keine Hacker, die das Netz kaputt machen wollen.

Wir sind keine Meckerer, denen es niemand recht machen kann.

Wir sind keine Alleswisser, die anderen vorschreiben wollen, was sie zu denken haben.

Wir sind keine Paranoiker, denen jeder Fortschritt zuwider ist und die am liebsten wieder mit der Keule auf die Jagd gehen würden, um Abends am Feuer vor der Höhle etwas braten zu können.

Wir nutzen die Errungenschaften der modernen Welt, um unser Leben und das der anderen jeden Tag ein wenig besser zu machen. Aber wir denken auch darüber nach, was wir tun, warum wir das tun, und warum wir manches besser nicht tun sollten.

Wir sind die Leute, die sich vor 25 Jahren getroffen haben, was ohne „das Netz“ wohl niemals passiert wäre.